Ein Büro für Ideen, Begegnung und Beteiligung

Im Quartierbüro VierZwoZwo der Diakonie Wuppertal laufen die Fäden der Stadtteilarbeit in Oberbarmen und Wichlinghausen zusammen. Gemeinsam mit Bewohner:innen, Vereinen und Institutionen entwickelt das Team Projekte, die das Zusammenleben stärken – vom neuen Spielplatz bis zur Verschönerung öffentlicher Räume.

Andreas Röhrig, Wiebke Striemer und Lukas Meier

Ein kurzes Gespräch mit den Bauarbeitern, ein paar Flyer für die Schüler, die am Spielplatz vorbeikommen, der gerade in der Allensteiner Straße in Wichlinghausen entsteht: Lukas Meier und Andreas Röhrig vom Quartierbüro VierZwoZwo sind gut gelaunt. Das Spielplatzprojekt aus dem Städteförderprogramm ist bald abgeschlossen. Am 10. Juli wird der neue Treffpunkt für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren eingeweiht.

Seit 14 Jahren gibt es die zentrale Anlaufstelle für soziale Stadtentwicklung in Oberbarmen und Wichlinghausen. Sein ungewöhnlicher Name leitet sich aus den beiden ersten Ziffern der jeweiligen Postleitzahlen der Wuppertaler Stadtteile ab. Hier leben Menschen aus rund 100 Nationen, die Arbeitslosenquote liegt mit 12,4 Prozent deutlich über dem städtischen Durchschnitt (8,7 Prozent). 

Offen für alle: das Quartierbüro in Wichlinghausen

Mitten im Stadtteil Wichlinghausen haben die beiden Quartiersmanager zusammen mit ihrer Kollegin Wiebke Striemer ihr Büro. Die Schaufenster sind beklebt mit all den Veranstaltungen und Workshops, zu denen in den Stadtteilen eingeladen wird – und die mit Hilfe des Quartierbüros entstanden sind. „Wir arbeiten nicht nur eng mit der Stadt, sondern auch mit den Menschen in diesen Stadtteilen zusammen, von denen viele unglaublich kreativ sind“, erklärt Lukas Meier begeistert. 

Dafür steht die Tür des Quartierbüros der Diakonie offen. Jede und jeder kann hereinkommen und hier Ideen und Wünsche loswerden. Regelmäßig sind die drei Quartiersmanager aber auch auf den Straßen und Plätzen unterwegs, um mit Nachbarn, Vereinen, Kirchen, Schulen und verschiedenen Institutionen ins Gespräch zu kommen. 

Vier Mal im Jahr organisieren sie Stadtteilkonferenzen, damit sich der Stadtteil zu wichtigen Entscheidungsprozessen austauschen und vernetzen kann. Daran hat zuletzt auch Wuppertals Sozialdezernentin Annette Berg teilgenommen. „Dabei betonte sie die Bedeutung von gemeinsamer Zielerarbeitung für den Stadtteil. Dazu sind wir weiterhin mit ihr im Austausch“, freut sich Andreas Röhrig.

Nachhaltig bauen, Beteiligung fördern

Seit 2012 ist der Stadtteil in der Städteaufbauförderung. Allein in der abgeschlossenen Phase von 2016 bis 2023 haben Bund, Land und Stadt rund 18 Millionen Euro in neue Spielplätze und Schulhöfe, die Umgestaltung und Verschönerung von Stadtplätzen und Treppen investiert. Hinzu kommen Fördergelder aus einem Verfügungsfonds für kleinere kreative Projekte, die von Flohmärkten, Tanz-, Musik- und Kochprojekten bis zu Pflanzaktionen reichen.

Oft lassen sich die Baumaßnahmen, für die die Stadt zuständig ist, mit den Beteiligungsprojekten aus den Stadtteilen verbinden. So hat Quartiersmanagerin Wiebke Striemer für die Neugestaltung des Ursula-Lietz-Weges Workshops organisiert, in denen 75 Mosaike entstanden sind. Sie sollen Ende September an die Mauern entlang des Weges geklebt werden. 

„Zuletzt wurde diese wichtige Wegeverbindung nicht mehr gerne genutzt, denn Stolpersteine, eine schlechte Beleuchtung und der ausufernde Grünschnitt waren für viele Menschen ein Angstraum“, erklärt sie. „Bald wird der Weg hoffentlich wieder sicher und mit vielen schönen Aussichten oft genutzt werden.“

Identifikation Plätzen und Orten erhöhen

Aufgabe des Quartierbüros sei es, die Identifikation mit den Plätzen und Orten in den Stadtteilen zu erhöhen, damit die Menschen sich dort gerne aufhalten, Kontakte und nachbarschaftlicher Zusammenhalt entstehen, betont Andreas Röhrig. „Und das gelingt am besten, wenn sie an den Baumaßnahmen teilhaben können und sehen, dass es eine Gemeinschaftsaufgabe ist, ihren Stadtteil lebenswert für alle zu gestalten.“

Auch Kinder und Jugendliche sind in die Beteiligungsprozesse eingebunden. „Dafür ist in Wuppertal federführend das Jugendamt zuständig, aber ergänzend haben wir für den neuen Spielplatz in der Allensteiner Straße Menschen aus dem Umfeld befragt“, erklärt Lukas Meier. Gemeinsam mit der Freiflächenplanung und der Stadtentwicklung schaute sich das Quartierbüro die Spielflächen der Umgebung und die Laufwege der Kinder an. Die Ergebnisse flossen in die finalen Entwürfe ein. 

Danach kam das Thema auf die Stadtteilkonferenzen, bevor Anträge für Fördermittel gestellt und eine Baufirma mit der Gestaltung des Spielplatzes beauftragt wurde. „Dieser Spielplatz ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt“, betont Lukas Meier. „Damit stehen die Chancen gut, dass ihn viele Kinder unterschiedlicher Schulen, Herkunftsländer und sozialer Schichten nutzen – und er zu einem Ort wird, der den Zusammenhalt im Stadtteil schon bei der jungen Generation fördert.“ 

<  Artikelübersicht

Text und Fotos: 
Sabine Damaschke

Link zur Homepage: 
https://vierzwozwo.de/