Vom Armenhaus zum modernen Quartierszentrum - die Geschichte des Reformierten Gemeindestifts an der Blankstraße.

Am Mittwoch, 29. November 2017, 19.00 Uhr, wird Herr Dr. Hamburger in der CityKirche Elberfeld am Kirchplatz, einen spannenden Vortrag halten, der nicht nur ein starkes Stück Sozialgeschichte unserer Stadt sondern darüber hinaus die Geschichte unserer Altenhilfeeinrichtung in der Blankstraße näher beleuchtet. Im Anschluss sind Sie herzlich zum gemeinsamen Gespräch eingeladen.

Am Mäuerchen in der Elberfelder Innenstadt errichtete die Reformierte Gemeinde im Jahre 1677 ein Armenhaus zur stationären und ambulanten Versorgung hilfsbedürftiger Menschen. Ende des 19. Jahrhunderts bezog man ein großes, neues Gebäude an der Blankstraße. 2017 konnte nach mehrjährigen Umbauarbeiten das heutige Quartierszentrum eröffnet werden. 340 Jahre –ununterbrochen- hält so die Evangelische Kirche in Elberfeld ihre Diakonische Pforte offen. Diese einmalige Geschichte von der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg über die Industrialisierung bis zu den Zukunftsperspektiven des 21. Jahrhunderts spiegelt die Sozialgeschichte unserer Stadt wieder. Anhand von Text- und Bilddokumenten lässt der Vortrag von Dr. Martin Hamburger, Direktor der Diakonie Wuppertal, die Jahrzehnte Revue passieren. Im anschließenden Gespräch können die Ausführungen aus der Zuhörerschaft ergänzt und Rückfragen an den Referenten gestellt werden.

„Beeindruckende Sozialgeschichte“

Vom Armenhaus zum modernen Quartierszentrum. Diakoniedirektor Dr. Martin Hamburger über die Geschichte des Reformierten Gemeindestifts an der Blankstraße.

Was ist das spannende an der Geschichte des Elberfelder Armenhauses?

Dr. Martin Hamburger: Am Mäuerchen in der Elberfelder Innenstadt errichtete die Reformierte Gemeinde im Jahre 1677 ein Armenhaus zur stationären und ambulanten Versorgung hilfsbedürftiger Menschen. Spannend ist, dass es von diesem Zeitpunkt an eine Diakonie-Versorgung mit verschiedenen Bereichen gab. Es gab ein Armenhaus zum Wohnen, eine Essensversorgung ähnlich der heutigen Tafel und es wurden Kleider verteilt.  Ende des 19. Jahrhunderts bezog man ein großes, neues Gebäude an der Blankstraße. 2017 konnte nach mehrjährigen Umbauarbeiten das heutige Quartierszentrum eröffnet werden. 340 Jahre – ununterbrochen – hält so die Evangelische Kirche in Elberfeld ihre diakonische Pforte offen. Das ist schon ein beeindruckendes Stück Sozialgeschichte unserer Stadt.

Gab es ähnliche Initiativen in anderen Städten? Oder war das Engagement der Reformierten Gemeinde einzigartig zu seiner Zeit?

Dr. Martin Hamburger: Meines Wissens nach war das zu diesem frühen Zeitpunkt einzigartig in dieser Form. Elberfeld wurde sehr früh industrialisiert. Der Aufschwung begann direkt nach dem 30jährigen Krieg. Und mit dem Aufschwung kam auch die Armut früh in die Stadt, so wie das in solchen Fällen immer ist.

Was ist heute an der Blankstraße noch von der Geschichte übrig geblieben?

Dr. Martin Hamburger: Das Gefühl der Zugehörigkeit für das Quartier ist bis heute zu spüren. Das Gemeindestift an der Blankstraße ist damals wie heute eine Institution für die Reformierte Gemeinde. 1887 wurde ein großes, neues Gebäude an der Blankstraße eröffnet. Das Gebäude ist bis heute erkennbar.

Was erwartet die Besucher bei dem Vortrag?

Dr. Martin Hamburger: Der Vortrag gibt einen Überblick über die Sozialgeschichte Elberfelds und zeigt auch anhand von Bildern und Grafiken, wie sich die kommunale und die kirchliche Vorsorge in der Stadt entwickelt haben. Dabei geht es auch um die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur, um Engels, um das Elberfelder Modell, das System der Armenfürsorge als Reaktion auf die Industrialisierung und um die Rolle, die die Reformierte Gemeinde dabei spielt. Am Ende steht dann das moderne Quartierszentrum, das wie heute haben. Im Anschluss an meinen Vortrag gibt es Gelegenheit zum Gespräch.

Der Vortrag findet am 29.11.2017 um 19:00 Uhr in der CityKirche Elberfeld, Kirchplatz 1, statt. Der Eintritt ist frei.   

Kontakt

Diakonie Wuppertal – Soziale Teilhabe gGmbH
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