„Eine echte Herzensangelegenheit“

Rund 50 GWG-Mitarbeiter beteiligten sich an einer Geschenkeaktion für das Hopster-Fiala-Haus für obdachlose Frauen.

Sabine Sonnenschein, Vanessa Randis (v.l.) und Mirjam Michalski (1.v.r.) freuten sich über die Geschenke. Oliver Zier und Sonja Rüdiger (2.v.r.) brachten die Geschenke ins Hopster-Fiala-Haus.

Für Geschenke reicht es meistens nicht bei den Frauen, die im Hopster-Fiala-Haus der Diakonie Zuflucht gefunden haben. Das wollten die Mitarbeitenden der GWG in diesem Jahr ändern. Sie organisierten eine Weihnachtsaktion für die Übernachterinnen der Notübernachtungsstelle und erfüllten den Frauen ihre persönlichen Weihnachtswünsche.

„Auf den Wunschzetteln standen meist ganz alltägliche lebenspraktische Dinge, wie eine Kaffeemaschine, ein Wasserkocher oder Gutscheine für Drogerieartikel“, berichtet Cornelia Lieto, Bereichsleitung Gefährdetenhilfe bei der Diakonie. „Die Aktion war offenbar eine echte Herzensangelegenheit für die GWG-Mitarbeitenden“, sagt sie. „Die Geschenke wurden alle sehr liebevoll verpackt bei uns abgegeben.“ Frau Michalski, Frau Lieto und die Mitarbeiterinnen des Hopster- Fiala- Hauses bedanken sich für diese schöne Aktion bei Herrn Zier und seinen Mitarbeitenden.

Die Präsente werden bei der Weihnachtsfeier an die Frauen im Hopster-Fiala-Haus verteilt. „Wir wollen den Frauen ein schönes Fest bereiten. Es gibt Heiligabend ein Weihnachtsessen und über die Feiertage werden wir Plätzchen backen und gemeinsam kochen“, sagt Lieto.

Das Hopster-Fiala-Haus ist an 365 Tagen im Jahr besetzt. An die Notübernachtungsstelle für Frauen sind zahlreiche Beratungsangebote angeschlossen. Den obdachlosen Frauen stehen zwölf Einzelzimmer mit gemeinsamer Küche und Bad zur Verfügung. Doch der Bedarf ist viel größer: Darum sind im Gemeinschaftsraum der Einrichtung auch immer dauerhaft Notbetten aufgestellt.

„Die Diakonie kümmert sich um immer jüngere Frauen und auch die Aufenthaltsdauer steigt stetig. Die Frauen sind oftmals mehrere Monate bei uns“, sagt Mirjam Michalski, Geschäftsführerin der Sozialen Teilhabe gGmbH bei der Diakonie. Im Vergleich zu 2016 gibt es in 2017 eine Steigerung von 15% der Frauen, die eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen oder die Beratungsstelle aufsuchen.

Die Gründe für die Obdachlosigkeit der Frauen sind vielfältig: Häufig sind die Frauen Gewalt oder sexueller Gewalt ausgesetzt oder sie fallen Zwangsräumungen zum Opfer. „Einige Frauen werden auch von ihren Familien regelrecht hier abgeliefert, sobald sie 18 Jahre alt sind und die Angehörigen sich nicht mehr zuständig fühlen wollen“, sagt Cornelia Lieto. Erschwerend kommt hinzu, dass bezahlbarer Wohnraum für Menschen, die Grundsicherung nach dem SGBII bekommen in Wuppertal, wie in den meisten anderen Städten auch, zunehmend knapp wird.

GWG-Geschäftsführer Oliver Zier zeigte sich bei der Geschenkeübergabe beeindruckt von der Arbeit des Hopster-Fiala-Hauses: „Wir von der GWG haben zunehmend das Gefühl, dass viele Menschen ihr Leben nicht mehr selbst bewältigen können.“ Daher sei es wichtig, dass alle Beteiligten „Hand in Hand“ für eine bessere Versorgung in der Stadt zusammenarbeiten, so Oliver Zier.

Auch Cornelia Lieto betonte die Notwendigkeit der Vernetzung in diesem Zusammenhang: Seit rund einem Jahr werden so genannte Fallkonferenzen mit der Stadt und beteiligten Stellen wie den gesetzlichen Betreuern, Gleis 1, unseren Streetworkern und der Diakonie-Gefährdetenhilfe durchgeführt. „Wir haben eine Liste mit 60 besonders schweren Fällen, zu denen zum Beispiel auch die Draußenschläfer gehören.“

Foto und Text: Nikola Dünow/ör-nd

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