Eigentümerforum widmet sich Schimmel

Trotz Schmuddelwetter kamen über 30 Eigentümer und Eigentümerinnen zum Eigentümerforum vom Quartierbüro VierZwoZwo, der WQG und der Stadt Wuppertal mit dem Schwerpunktthema "Schimmel in Wohngebäuden" in Oberbarmen/Wichlinghausen.

„Schimmel in Wohngebäuden“ war das Schwerpunktthema des 5. Eigentümer-Forums in Oberbarmen / Wichlinghausen, am 18. November 2019. Trotz „Schmuddelwetters“ sind über 30 Eigentümer*innen der Einladung in die Färberei gefolgt. Gemeinsame Veranstalter des Forums sind das Quartierbüro VierZwoZwo, die WQG und die Stadt Wuppertal.

Nikolai Spies, Projektleiter bei der WQG, moderierte den Abend nach der offiziellen Begrüßung durch Bezirksbürgermeisterin Christel Simon und berichtete von ansteigenden Investitionen durch Hauseigentümer*innen im Quartier. „An der Wichlinghauser Straße werden zurzeit im Umkreis von etwa 50 Metern vier Immobilien über das Hof- und Fassadenprogramm aufgewertet und die Quartierseffekte des Programms sind direkt erlebbar“ so Spies. Das ist eine sehr erfreuliche Tendenz und zeigt, dass weitere Eigentümer nachziehen, wenn nur einer anfängt.

Vor dem thematischen Einstieg berichtete die Arbeitsgruppe Graffiti von ihrem ersten gemeinsamen Projekt, einem Flyer mit Informationen und Tipps sozusagen von Eigentümer*innen für Eigentümer*innen. Nach dem Forum zum Thema „Sauberkeit und schöne Fassaden“ (lesen Sie hier den Bericht) hatten sich mehrere Eigentümer*innen zusammengetan, um dem Thema „Graffiti im Quartier“ zu begegnen. Weitere Mitstreiter sind gewünscht, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten und neue Projekte anzustoßen. Melden Sie sich dazu einfach im Quartierbüro unter Tel. 0202 / 97 64 99 41 oder info@vierzwozwo.de Den Flyer können Sie sich hier herunterladen.

Stefan Bürk (Dipl.-Ing.) von der Verbraucherzentrale NRW legte mit seinem Impulsvortrag die Grundlage für den Abend, nannte Ursachen zur Entstehung von Schimmel und präsentierte bauliche Lösungen zur Vermeidung desselben. Neben dem Gebäudezustand hat zusätzlich das Bewohnerverhalten Einfluss auf die Entstehung von Schimmelpilzen. Eigentümer*innen oder Mieter*Innen können einerseits durch die Erwärmung der Gebäudebauteile und andererseits durch ausreichendes Lüften dem „Übel“ entgegenwirken. Viele Rückfragen aus dem Publikum konnten direkt im Plenum ebenso beantwortet wie einzelne Vorurteile ausgeräumt werden. Der Vortrag ist hier einsehbar.

„Wer haftet denn nun eigentlich bei den Schäden durch Schimmel?“ war eine der ausstehenden Kernfragen nach Herrn Bürks Betrachtung. Zur Klärung waren gleich zwei Rechtsexperten zum Podiumsgespräch eingeladen: Silke Kessel, Geschäftsführerin vom Haus & Grund Wuppertal und Umgebung e.V. sowie Herr Wiemann vom Deutschen Mieterbund Wuppertal und Umgebung e.V. Grundsätzlich haftet natürlich der Verursacher, wobei die Beweislast erst einmal beim Vermieter liegt. Jedoch kann dem Mieter laut aktueller Rechtsprechung ein Heizen von tagsüber 20°C und nachts von 18°C sowie 3 bis 4 mal lüften am Tag zugemutet werden. Oftmals kann ein externes Gutachten hier ersten Aufschluss geben. In der Praxis ist dies nicht immer so einfach umzusetzen, zeigte die kontroverse Diskussion und die Hinweise der Eigentümer*innen. Alle geladenen Experten*innen wiesen in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Mieter*innen mit Eigentümer*innen hin. Dazu könne ein erster Schritt auch sein, zusammen mit dem Mieter ein Hygrometer anzuschaffen, um die Luftfeuchtigkeit permanent messen zu können.

Nach den Vorträgen und Diskussionen im Plenum konnten sich die Gäste auf einem Marktplatz an verschiedenen Ständen über aktuelle Förderprogramme im Quartier sowie zum Thema Schimmel informieren. So standen die Wohnraumförderung der Stadt, die WQG, das Quartierbüro, die ISG Berliner Straße, Haus und Grund, der Mieterbund und die Verbraucherzentrale NRW für Rückfragen zur Verfügung. „Neu an Bord“ waren die Mitarbeiterinnen des Projektes „WoW“ der Diakonie Wuppertal, die Wohnungslose bzw. gefährdete Menschen bei der Wohnungssuche unterstützen und Vermittler zwischen Eigentümer*innen und Mieter*innen sind. Viele Interessierte nutzten diese Gelegenheit und tauschten ihre Erfahrungen auch untereinander aus.

Text und Foto: vierzwozwo