„Die gelben Briefe vom Gericht machen mir Angst“

04.06.2018 - Wenn der Schuldenberg weiterwächst, bietet die Schuldnerberatung der Diakonie Wuppertal in der Sternstraße 40 in Oberbarmen schnelle und unkomplizierte Beratung.

Der tägliche Gang zum Briefkasten bedeutete in der Vergangenheit für Faris Amir* Angst. Wenn das nächste Schreiben vom Gericht zwischen den Briefen lag, gab es immer Diskussionen mit seiner Frau und zusätzliche Arbeit und Magenschmerzen, so Amir. Mittlerweile kann er gefasst über diese Zeit sprechen.

Verschuldet hat er sich, weil er für seine neu nach Deutschland gekommenen Freunde Mobilfunkverträge abgeschlossen hatte, damit sie Kontakt zu ihren Familien in der Heimat aufnehmen konnten. Ein Fehler, denn irgendwann landeten die Rechnungen bei ihm. Trotz seines Jobs konnte er die ausstehenden Zahlungen nicht mehr begleichen. Mit fünf Kindern sei es nicht einfach, die monatlichen Ausgaben zu stemmen.

 Amir zog rechtzeitig die Reißleine und ging zur Schuldnerberatung der Diakonie Wuppertal. Heute sitzt er am Beratungstisch in der Sternstraße und lächelt: „Die Diakonie Wuppertal hat mir sehr geholfen. Ich bekomme hier schnell einen Termin und die Beraterinnen sind sehr freundlich. Sie verurteilen mich nicht, sondern helfen mir.“ Er leitet inzwischen alle Rechnungen an die Schuldnerberatung weiter, die seine offenen Zahlungen strukturieren und mit Amir zusammen einen Haushaltsplan zu entwickeln. So weiß er, mit welchen monatlichen Ausgaben er rechnen muss. Oft wissen Betroffene nicht, wo sie weitere Sozialleistungen beantragen können, damit sie wirtschaftlich über die Runden kommen.

Zu einem Schuldenberg sollte es eigentlich nicht kommen, deshalb hilft die Schuldnerberatung in Fragen der Prävention ebenso weiter. Für Amir bedeutet dies: „Seitdem ich das erste Mal zur Schuldnerberatung der Diakonie Wuppertal gegangen bin, habe ich keinen Stress mehr Zuhause mit der Familie. Das ist das Wichtigste und alles Finanzielle lässt sich jetzt regeln.“ Amir weiß heute, wohin er mit einer offenen Rechnung gehen kann, bevor wieder gelbe Briefe vom Gericht im Haus landen. „Jetzt sind wir soweit, dass wir ein wenig Geld angespart haben und vielleicht mit allen Kindern im nächsten Jahr ein paar Tage wegfahren können.“, sagt Amir stolz.


 * Name von der Redaktion geändert.
Foto: Pixabay/ stevepb

____________________________________

Die Schuldnerberatung der Diakonie Wuppertal berät sowohl im Sinne der klassischen Schuldnerberatung (z.B. im Rahmen von außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen) als auch im Sinne der Verbraucherinsolvenzberatung nach der Insolvenzordnung (InsO). Die in der Beratungsstelle tätigen Beraterinnen und Berater sind mit beiden Beratungsformen vertraut und bringen entsprechende Kompetenzen mit. Das Beratungsangebot für ver- bzw. überschuldete Ratsuchende ist grundsätzlich ganzheitlich ausgerichtet und leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Mehr Informationen finden Sie hier.

Kontakt

Diakonie Wuppertal – Soziale Teilhabe gGmbH
Deweerthstr. 117
42107 Wuppertal
Telefon: 0202 / 97 444 - 0