Betreuung auf Augenhöhe

Die Sozialarbeiter des Evangelischen Betreuungsvereins vertreten rund 300 Menschen bei rechtlichen Belangen.

Das Kampagnenmotiv der Diakonie RWL.

Nach einem Schlaganfall kann sich die ältere alleinstehende Dame nicht mehr alleine um ihre Bank- oder Versicherungsangelegenheiten kümmern. Oder durch eine körperliche oder psychische Beeinträchtigung braucht jemand Unterstützung bei rechtlichen Entscheidungen. In solchen und vielen anderen Fällen kann der Evangelische Verein für Betreuungen, Vormundschaften und Pflegschaften in Wuppertal helfen.

Nach strenger Prüfung der Umstände durch das Amtsgericht kann dann ein rechtlicher Betreuer eingesetzt werden. Je nach Hilfebedarf kümmert er sich um Behördengänge, Gesundheitsvorsorge und vertritt die Betroffenen bei Jobcenter, Banken, Versicherungen und Vermietern. Acht solcher rechtlicher Betreuer arbeiten beim Betreuungsverein der Diakonie. Alle sind ausgebildete Sozialarbeiter. Insgesamt kümmern sie sich um 300 Fälle. „Bei uns geht es im Wesentlichen um die Besorgung von Rechtsgeschäften“, sagt Sozialarbeiterin Sinja Ziegenhagen.

„Wir bemühen uns um ein gutes und enges Verhältnis zu den Betroffenen“, betont Ziegenhagen. „Wir wollen zusammenarbeiten und niemanden entmündigen.“ „Uns ist es wichtig, in Kontakt zu den Betreuten zu stehen. Durch regelmäßige Gespräche werden die Betreuten eingebunden in die Angelegenheiten, die wir für sie regeln und können so ihre Würde bewahren. Nur so können wir ihnen individuell helfen.“ Pro Vollzeitstelle bereut jeder Sozialarbeiter im Durchschnitt 43 Menschen.

Ein großer Vorteil des evangelischen Betreuungsvereins: „Wir können uns aus einem großen Pool von Hilfen bedienen und stehen im direkten Kontakt mit diakonischen Pflegediensten und Beratungsstellen“, so Ziegenhagen. Neben dem Evangelischen Betreuungsdienst gibt es in Wuppertal noch vier weitere Betreuungsvereine sowie die Berufsbetreuer und selbständig arbeitende Betreuer. Die Kosten für die Betreuung werden über eine Pauschale vom Amtsgericht bezahlt und von der Stadt bezuschusst. Vermögende Klienten müssen allerdings die Kosten der Betreuung selbst tragen. Eine weitere Aufgabe des Vereins: Er schult ehrenamtliche Betreuer, bildet sie fort und begleitet sie in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Er ist offen für Ehrenamtliche.

Außerdem informiert der Verein mit Sitz an der Nesselstraße auch kostenfrei über Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. „Menschen, die auf Assistenz in rechtlichen Dingen angewiesen sind, brauchen verlässliche, gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer. Deswegen ist die Arbeit unseres evangelischen Vereins für Betreuungen, Vormundschaften und Pflegschaften ein wichtiger Arbeitszweig des Diakonischen Werkes Wuppertal“, sagt Diakoniedirektor Dr. Martin Hamburger.

Hamburger ist Vorsitzender des Evangelischen Vereins für Betreuungen, Vormundschaften und Pflegschaften in Wuppertal e.V.. Gleichzeitig ist er Vorsitzender des Fachverbands diakonischer Betreuungsvereine und Vormundschaftsvereine RWL, also aller derzeit 55 Vereine im Bereich der Landeskirchen Rheinland, Westfalen und Lippe.

Mit einer Kampagne unter dem Motto „Wir sind Würde-Bewahrer“ informiert die Diakonie Rheinland Westfalen Lippe über die Arbeit der Evangelischen Betreuungsvereine. Ziel ist es auf die wichtige Arbeit aufmerksam zu machen und Ängste abzubauen.

graifk: diakonie rwl
text: ör-nikola dünow

Weiterführende Links Mehr Informationen zu der Kampagne Evangelischer Verein für Betreuungen e.V. im Netz

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